Grundsätzlich lässt sich jedes Steuergerät klonen, dessen Speicherinhalt sich noch fehlerfrei auslesen lässt. In der Praxis betrifft das drei große Gerätegruppen. Bei den Motorsteuergeräten (ECU/ECM) arbeiten wir mit den verbreiteten Bosch-Familien EDC15, EDC16 und EDC17 für Dieselmotoren sowie ME7, MED9, MED17 und MEDC17 für Benziner. Hinzu kommen Continental/Siemens-Plattformen wie SID und PCR sowie die Delphi-DCM-Reihe. Diese Geräte speichern Einspritzkennfelder, Mengenausgleichswerte (IQA/ISA der Injektoren), Lambda-Adaptionen und die Kopplung zur Wegfahrsperre.
Die zweite Gruppe sind Komfort- und Bordnetzsteuergeräte – das Body Control Module (BCM), bei Mercedes als SAM, bei VW/Audi als BCM/Bordnetz-SG, bei BMW als FRM oder Junction-Box bezeichnet. Sie verwalten Beleuchtung, Zentralverriegelung, Fensterheber und die Fahrzeugkonfiguration (Codierung). Die dritte Gruppe bilden die Getriebesteuergeräte (TCU/EGS/Mechatronik), etwa die DSG-Mechatronik bei VW, die 7G-Tronic-Einheit bei Mercedes oder ZF-8HP-Steuerungen. Hier sind die eingelernten Schaltadaptionen und Kupplungswerte entscheidend, die ein Neuteil erst über viele Kilometer wieder aufbauen müsste.
Ob ein Klon möglich ist, hängt nicht von der Gerätegruppe ab, sondern vom Zustand des Speichers. Klonen ist möglich, wenn die Platine mechanisch beschädigt ist – etwa durch kalte Lötstellen, korrodierte Steckerpins, gerissene Leiterbahnen oder einen Wasserschaden im Gehäuse –, der Mikrocontroller und seine Speicherbausteine (EEPROM und Flash) aber noch lesbar sind. In diesem Fall überträgt unsere Diagnose den vollständigen Dateninhalt auf eine identische Spender-Hardware. Nicht möglich ist ein Klon, wenn der Speicherbaustein selbst defekt ist, der Inhalt durch einen Spannungsschaden überschrieben wurde oder der Prozessor keine gültige Kommunikation mehr zulässt. In solchen Fällen ist eine Neuteil-Bestellung mit anschließendem Anlernen über das jeweilige Herstellersystem der korrekte Weg – wir prüfen das vor jedem Auftrag und teilen Ihnen den Befund offen mit.
Übernommen werden bei einem fachgerechten Klon sowohl der EEPROM-Bereich (kleine, dauerhaft beschriebene Daten wie Wegfahrsperren-Kopplung, Kilometerstand-Referenz, Seriennummer und individuelle Anpassungswerte) als auch der Flash-Speicher (Betriebssoftware und Kennfelder). Dadurch behält das Ersatzgerät die Bindung an Ihre Wegfahrsperre und sämtliche eingelernten Werte. Das Fahrzeug erkennt das geklonte Gerät als das ursprüngliche – ein erneutes Anlernen der Wegfahrsperre entfällt.
Eine ausführliche Übersicht aller sechs Modulfamilien – vom Motorsteuergerät über ABS/ESP- und Airbag-Module bis zu Kombiinstrument und Bordnetzsteuergerät, jeweils mit typischen Defekten, Klonbarkeit und Einsendeablauf – finden Sie auf unserer Seite Welche Steuergeräte-Typen wir klonen.